Die Grünen: Kein Tunnel für Oberau

In seiner heutigen Ausgabe befragt das Garmisch-Partenkirchner Tagblatt die zehn Direktkandidaten für den Deutschen Bundestag. Die Wahl findet am Sonntag, den 22. September 2013 statt.

Für die Oberauer von besonderer Bedeutung dürfte die Frage „Was wollen Sie unternehmen, um die dringend notwendigen Verkehrsprojekte im Landkreis Garmisch-Partenkirchen voranzubringen?“.

Die Antworten auf diese Frage sind ganz interessant, der Bundestagsabgeordnete Alexander Dobrindt (CSU) will sich wie bisher nachdrücklich dafür einsetzen, dass die Straßenprojekte mit aller Kraft vorangetrieben werden. Dies macht er bereits seit 11 Jahren, er hat also sehr viel Erfahrung, wie das mit dem Vorantreiben geht…

Angelica Dullinger, die Kandidatin der SPD meint, „Damit die Projekte endlich vorankommen, muss die Finanzierung gesichert werden.“ und damit mehr Geld in den Straßenbau fließen kann, setzt die SPD auf die Ausweitung der LKW-Maut auf alle Straßen. Zahlen werden diese Ausweitung natürlich wie schon bei Einführung der LKW-Maut wir Bürger. Profitieren dürften allerdings die Anwohner von Bundesstraßen, deren Wohnräume an den Autobahn-Ausweichrouten liegen. Hat auch was gutes…

Susann Enders, die Kandidatin der Freien Wähler meint, Tunnel und Ortsumfahrungen wären Möglichkeiten, das Verkehrsaufkommen und die Feinstaubbelastung in den Städten und Gemeinden auf ein erträgliches Niveau zu reduzieren. Auf unsere Projekte und deren Finanzierung geht sie nicht ein, muss sie auch nicht. Sie wird nicht viel damit zu tun haben…

Klaus Breil von der FDP meint auf die Frage: „Die FDP wird sich dafür einsetzen, dass für Garmisch-Partenkirchen wichtige Projekte im Vordringlichen Bedarf eingestuft werden. Bei der Umfahrung von Oberau an der B23 war das schon im derzeitigen, rot-grünen Bundesverkehrswegeplan von 2003 der Fall. Die Umgehungen an der B2 und an der B23 waren dagegen bisher im sogenannten Weiteren Bedarf. Das müssen wir ändern.“ Was heißt das? Wir sollen wieder rot-grün wählen, das sind die einzigen, die einen Bundesverkehrswegeplan aufstellen können? Oder was…

Gabriela Seitz-Hoffmann von Bündnis 90/Die Grünen hat ihre ganz eigene Meinung zu unserer Ortsumfahrung: „Die Umfahrung Oberau verringert nicht den örtlichen Verkehr, sondern lenkt ihn nur um.“ Ach. Und jetzt? Ist das nicht der Sinn einer Ortsumfahrung, den Verkehr aus dem Ort zu entfernen? Naja, egal, das Thema wird die Frau ab Montag auch nicht weiter tangieren…

Dr. Michaele Siebe, Die Linke, meint: „Wir wollen eine Lösung, die betroffene Bürger und Naturschutz mit einbezieht.“ und schlägt einen Runden Tisch vor um eine gemeinsame Lösung der Beteiligten zu finden. Ganz ehrlich, die Frau hat keinen blassen Schimmer von unserer Ortsumfahrung. Sonst wüsste sie, dass sowohl Naturschutz als auch alle restlichen Beteiligten nach jahrelangem Gezanke sich endlich auf die Westumfahrung geeinigt haben. Einen runden Tisch für eine planfestgestellte Trasse wird wohl niemand brauchen. Und wenn, dann sitzt Dr. Michaele Siebe vermutlich nicht an diesem Tisch…

Dr. Klaus Jacobitz von der Bayernpartei sagt: „Die vielen bayerischen Bundesverkehrs- und/oder Bauminister, die dort in den letzten 30 Jahren regiert haben, müssen zur Rechenschaft gezogen und künftige andauernd zur Problemlösung angetrieben werden (Farchanter Lidl-Prinzip)“. Tja, ein Minister a.D. wurde glaub ich noch nie für eine Nichtentscheidung zur Rechenschaft gezogen. Das wird auch hier nicht passieren. Heiße Luft schon vor Amtsantritt, das sind eigentlich gute Voraussetzungen für eine Wahl des Kandidaiten, leider gehört er einer chancenarmen Partei an…

Der „Pirat“ Aleks Lessmann hat sich zumindest mit dem Thema beschäftigt, er nennt sogar die VEO. „Wie bei den Bürgerintiativen VEO und 2Tunnel gefordert wird, sollte der zweispurige Weiterbau vom Ende der A95 mit dder Umfahrung Oberau und dem Fertigbau des Wanktunnels in Angriff genommen werden“. Ein sehr guter lobenswerter Vorsatz.

Hanns Dieter Schlierf von der ÖDP sagt zu diesem Thema: „Lärmschutz und Schutz vor anderen Emissionen sollte Vorrang vor individueller Mobilität haben“. Klartext: vergesst es, Oberauer. Gut, vergessen wir die ÖDP. Kein Kreuz.

Das waren die Antworten in der heutigen Ausgabe des Garmischer Tagblatts. Natürlich steht da noch viel mehr drin, einfach die Ausgabe am Kiosk holen oder unter epaper.merkur-online.de ein Probeabo ziehen und den Artikel lesen.

Aber halt, wer war denn schon da, in Oberau, und hat sich vor Ort die Lage angeschaut? Alexander Dobrindt geht schon immer gerne mit, bei den Protestmärschen der VEO, das macht ihm Spaß. Also, ein Punkt für ihn. Mindestens.

Angelica Dullinger war auch schon zwei mal dabei, auch bei der letzten großen Aktion mit VEO und 2Tunnel hat sie den Weg nach Oberau auf sich genommen und ist mit den Bürgern auf der B2 marschiert. Auch ein Punkt für sie, mindestens.

Protestmarsch Verkehrsentlastung Oberau B2neu

Klaus Breil, der war auch schon da. Auch ein Punkt für ihn.

Also, Ihr habt die Wahl. Nutzt sie. Am Sonntag ist das Wahllokal in Oberau in der Schule von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Wen ihr wählt, das ist Eure Entscheidung, aber nutzt das Recht, wählen zu gehen.

Alle, die der Meinung sind, das Wählen ist ein Schmarrn, lege ich noch einen Cartoon von Klaus Stuttmann ans Herz. Denkt mal darüber nach.