Dobrindt: Brücke statt Tunnel

Wie Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, soeben auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Berliner Verkehrsministerium mitgeteilt hat, wird Oberau keinen Tunnel für die Umgehungsstraße bekommen.Er habe nie behauptet einen Tunnel bauen zu wollen, es war immer die Rede von einer „Umfahrung“ und von einer schnellen, günstigen Lösung. Eines der ersten Projekte, die er in seinem Ministerium angestossen hatte, war die Suche nach Alternativen zu einem Tunnel. Schnell stießen die Projektteams auf die früheren Varianten, „Ostumfahrung“ und „Loisachvariante“.

Im Gegensatz zum Tunnelbau erleben die Brückenbauer gerade eine regelrechte Flaute in ihrem Geschäft, hier könnte man niedrige Marktpreise nutzen um das Projekt in einem angemessenen finanziellen Rahmen zu halten. Ausserdem würden man beim bei Brückenbau selten Preisexplosionen durch unvorhergesehene Ereignisse erleben.

Einen weiteren Vorteil sieht Dobrindt in der Anbindung nach Ettal / Oberammergau, diese könnte direkt im Ort erfolgen, eine weitere Brücke würde dann über das Höfele gebaut, dort könnte das Geschäftszentrum mit Aldi, Rewe und sonstigen über eine Brückenabfahrt angebunden werden.

Die „Hauptbrücke“, die die B2 tragen wird, soll direkt über der Loisach gebaut werden, so würde der Landschaftsverbrauch minimal ausfallen. Diese Planungen gab es in den achtziger Jahren schon einmal, sie wurden damals von der Bevölkerung nicht so wohlwollend aufgenommen.

Die Straße soll schon ab der Autobahnabfahrt in Eschenlohe auf die B2 geschwenkt werden, dort entsteht dann eine ca. 10 Meter hohe Brücke. Um die Lärmbelästigung zu senken wird die Höhe der Brücke im Bereich des Ortes Oberau auf etwa 25 Meter angehoben. Um sie besser in die Landschaft einzubinden wird sie grün gestrichen. Im Bereich zwischen Trigema und der eigentlich geplanten Tunneleinfahrt Nord wird die Brücke dann wieder auf die bestehende B2 eingeschwenkt. Die Auf- und Abfahrten werden derzeit noch geplant, in einem Jahr, am 1. April 2015 soll der Bevölkerung ein Detailplan vorgestellt werden.

Nach der Pressekonferenz meldete sich auch noch Landtagsabgeordneter Harald Kühn zu Wort und betonte, dass die Umplanungen „Ausdrücklich keinen Zusammenhang mit der Wahlniederlage von Dr. Michael Rapp als Landratskandidaten haben“ und dass es auch gar nicht schlimm ist, dass 65 % der Oberauer Anton Speer als Landrat gewählt haben.

Eine Stellungnahme der VEO zu diesen Entwicklungen steht noch aus, sie wird im Laufe des Tages erwartet.

Baustelle Nordportal Tunnel Oberau

Die Sanierung der ehemaligen Oberauer Hausmülldeponie, hier auf dem Foto, war vermutlich zwar gut, aber für die Verkehrsentlastung Oberau nicht notwendig, die Umfahrung wird auf einer Brücke, weiter östlich, direkt über der Loisach gebaut, wenn es nach Alexander Dobrindt geht.

Update 2. April 2014: Klar, das war der Aprilscherz für das Jahr 2014. Und wir freuen uns alle weiterhin auf den Baubeginn der Westumfahrung 2015.